Natur spüren in der Au: Viel Leben in alten Auwaldriesen. Altbäume und lebendiges Totholz in der Zeiselmaurer Au

Das Europaschutzgebiet Tullnerfelder Donauauen beherbergt im Bereich Zeiselmauer noch große Silberpappeln und andere mächtige Altbäume, die vielen bedrohten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten. Beim Projekttag mit der VS Zeiselmauer können die Schüler*innen das Leben im Totholz aufspüren, unter fachlicher Anleitung der Naturvermittlerinnen Ilse Wrbka-Fuchsig und Andrea Skutan. Auch Martin Pircher, Bürgermeister der Gemeinde Zeiselmauer-Wolfpassing (Bezirk Tulln), unterstützt diese Gelegenheit für die Schule, die Au noch besser kennen- und wertschätzen zu lernen.


 

„Die Vielfalt und Schönheit unseres Schutzgebietes wurde mir bei diesen Projekttagen mit den Kindern wieder richtig bewusst!“

Ing. Martin Pircher, Bürgermeister Zeiselmauer-Wolfpassing

 


Natur spüren in der Zeiselmaurer Au

28. Mai & 10. Juni 2021

Am 28. Mai und am 10.Juni unternahmen die beiden 4.Klassen der VS Zeiselmauer eine Exkursion in die Au, in den Teil des „Europaschutzgebiet Tullnerfelder Donauauen“, der sozusagen vor der Schultüre ist.

Die Durchführung samt Vor- und Nachbereitung erfolgte im Rahmen des Programmes „Naturlandschätze – Meine Gemeinde macht mit“ im Auftrag des Landes NÖ und in Kooperation mit naturschutzakademie.at.

Sie lernten vom Auwald allgemein, wie die Donau den Auwald und seine Gewässer geprägt hat und welche besonderen Tiere und Pflanzen darin vorkommen. Unter der fachlichen Leitung von Frau Wrbka-Fuchsig und Frau Skutan durchwanderten die Schüler*innen, begleitet vom Herrn Bürgermeister Pircher durch den Auwald. Schon an der schönen Bie, die eine wichtige „Lebensader“ darstellt, durfte auf einem Baumstamm gerastet und die von Hrn. Bürgermeister mitgebrachte Jause im Anblick des Wassers und blühender Schwertlilien, genossen werden.

Schon beim Sitzen am Totholz-Baumstamm wurde eine große Holzwespen-Schlupfwespe entdeckt und deren langer Legebohrer in der Becherlupe betrachtet. Diese Art legt ihre Eier in die Larven der holzzersetzenden Holzwespe, ist also ein „Nützling“, da sie den Schädling „Holzwespe“ parasitiert. Allerdings leben die meisten Holzwespen nur in morschem Holz.

Eisvogel und Pirol sind wunderbare Vögel der Au, die nur selten zu sehen sind, öfter kann man ihre Stimmen hören. Die Au ist ein wüchsiges Ökosystem mit den Baumarten (Schwarz-, Silber- und Hybrid-)Pappel, Weiden, Eschen, Traubenkirsche und Eichen, als Sträucher v.a. Holunder, Roter Hartriegel, Schneeball und Weißdorn, die die Kinder kennenlernten.

In der Nähe des Schotterteichs konnten Spuren vom Biber entdeckt werden. In einem kleinen Auwaldbereich fand man noch alte Flatterulmen und liegendes und stehendes Totholz, das sehr interessant war zu untersuchen und es Freude bereitete, darauf entlang zu balancieren (über einen trockengefallenen Graben). Im Totholz wurde noch eine sehr große Kreuzspinne, zahlreiche Asseln, Tausendfüßer und Spuren anderer interessanter Tiere gefunden.

Insgesamt war es ein Erlebnis, wie vielfältig und dschungelartig so ein richtiger Auwald ist! In alten Bäumen und im Totholz können noch sehr viele Tiere wie zB. auch Fledermäuse und Eulen wohnen und Insektenlarven sich entwickeln. Der Wert von Altbäumen als Lebensraum und als Klimaregulator wird im Gedächtnis bleiben, da er so hautnah erlebt werden konnte.

Hier geht es zu den Berichten von unseren Aktivitäten im Amtsblatt von Zeiselmauer: Juni-Ausgabe und September-Ausgabe


Ankündigung: Schultage in der Au von Zeiselmauer

18. Mai 2021

Am 28. Mai und am 10. Juni dürfen die beiden 4.Klassen der VS Zeiselmauer einen besonderen Tag im „Europaschutzgebiet Tullnerfelder Donauauen“ in Zeiselmauer erleben. Im Rahmen des Projektes „Naturlandschätze NÖ“ werden die Schüler*innen das Schutzgebiet Au und den Wert alter Bäume und Totholz kennen und schätzen lernen. Durch angeleitetes Selbsterforschen erfahren die Kinder vor Ort mit allen Sinnen den Auwald und seine Lebewesen.

Mit dem Ökosystem Au machen sie durch spielerische Auseinandersetzung Bekanntschaft und können die Besonderheiten alter Auwaldbäume entlang der Bie, die sich als „Lebensader“ durch den Auwald schlängelt und für viele Tierarten ein wichtiger Lebensraum ist, erforschen und in einem kleinen “Tagebuch“ festhalten.

Nähere Infos gibt´s hier!