Naturschutz Projektförderung: Kulturlandschaft gemeinsam erhalten am Waschberg

Der Waschberg im Gemeindegebiet von Leitzersdorf (Bezirk Korneuburg) stellt den südlichsten Ausläufer des Europaschutzgebietes Weinviertler Klippenzone dar. An seinen süd- und westexponierten Hängen zeugen Halbtrockenrasen von Jahrhunderte alter, extensiver Wiesen- und Weidewirtschaft. Seit der Einstellung der Nutzung in den 1960er Jahren ist die Verbrachung und Verbuschung allerdings weit fortgeschritten. 2019 begann die Gemeinde mit ersten Pflegemaßnahmen. Nun sollen im Rahmen eines dreijährigen Naturschutzprojektes umfangreiche Pflege-, Erhaltungs- und bewusstseinsbildende Maßnahmen zur Sicherung der Naturvielfalt umgesetzt werden. Bürgermeisterin Sabine Hopf und die Gemeindebürger*innen beteiligen sich aktiv an der Projektentwicklung, die von der Ökologin Julia Kelemen-Finan fachlich unterstützt wird.


 

„Mit dem Waschberg haben wir ein Naturjuwel direkt vor unserer Haustüre. Allein die Tatsache, wie viele Unterstützer sich am Pflegeeinsatz beteiligt haben, ist Beweis dafür, wie sehr das von den Bewohnern der Gemeinde geschätzt wird.“

Mag. Sabine Hopf, Bürgermeisterin Leitzersdorf

 


Ein neues Zuhause für den Wiedehopf?

8. April 2021

In den letzten Jahren wurde der ehemals am Waschberg brütende Wiedehopf immer wieder am Durchzug gesehen. Ob ihm bloß die richtige Unterkunft fehlt, um hier zu brüten? Daran soll es nicht scheitern, befand Franz Sommerer aus Leitzersdorf! Nach gründlichen Recherchen und angelehnt an das erfolgreiche Vorbild vom Wagram krempelte er die Ärmel hoch und zimmerte mit viel Liebe zum Detail drei pipifeine Nistkästen! Rechtzeitig vor dem Saisonstart hängten wir sie, verteilt über den ganzen Waschberg, an geschützten Plätzchen auf. Oder besser: stellten sie auf! Denn Erfahrungen haben gezeigt, dass der Bruterfolg am größten ist, wenn sich das Einflugloch nur 50cm über dem Boden befindet: damit es sich nicht etwa Stare zuerst gemütlich machen! Nun heißt´s Daumen drücken: Dürfen wir uns heuer schon über das wohltönende „up-up-up“ des prächtigen Vogels freuen? © Wiedehopf-Foto: Arturo Nikolai CC BY-SA 2.0 (wikimedia)

 


Gemeinsames Anpacken am Waschberg!

6. März 2021

Bereits um 8 Uhr des frostigen Samstag-Morgens trafen sich etwa 30 freiwillige Gemeindebürger in Wollmannsberg, am Fuße des Waschbergs, zur gemeinsamen Anfahrt zum Einsatzort. Die örtlichen Helfer steuerten nicht nur ihre Arbeitskraft, sondern auch eigene Fahrzeuge, Maschinen und Geräte bei. Landwirt Reim sen. hatte seinen Traktor-Anhänger sogar komfortabel mit Strohballen zum Sitzen für die holprige Anreise ausgestattet!

Die fleißigen Helfer arbeiteten in drei Gruppen: eine Gruppe verlud „Ballons“ der von Thomas Holzer & Team bereits vorgeschnittenen Gehölze auf den Anhänger zum Abtransport. Eine weitere Gruppe stopfte Grasmulch (und auch ein bisschen frischen Schnee) von den erstmals gemähten Bereichen in Big-Bags. Die dritte Gruppe arbeitete „im Steinbruch“: Die Mulde, wo vor hundert Jahren noch Kalkstein abgebaut wurde, ist jetzt Lebensraum für Frauenschuh, Mücken-Händelwurz und Schlingnatter. Um diese und viele weitere besondere Arten zu erhalten, wurde behutsam und selektiv ein Teil der immer stärker überhand nehmenden Gehölze entfernt. Bürgermeisterin Hopf hatte drei große Container für den Gehölzschnitt und Grasmulch zustellen lassen. Herr Reim und sein Frontlader leisteten ganze Arbeit, das viele Material hineinzustopfen!

Zu Mittag war das Tagwerk erledigt und die fleißigen Helfer entsprechend stolz! Die Gemeinde stellte unter Einhaltung der Corona-Sicherheitsmaßnahmen eine üppige Jause bereit. Die Stimmung war ausgezeichnet. Gemeinsames Anpacken macht Spaß und ist gerade in Corona-Zeiten eine willkommene Abwechslung. "Das machen wir wieder!" Hier finden Sie auch einen Bericht in der NÖN.