Naturschutz Projektförderung: Kulturlandschaft gemeinsam erhalten am Waschberg

Der Waschberg im Gemeindegebiet von Leitzersdorf (Bezirk Korneuburg) stellt den südlichsten Ausläufer des Europaschutzgebietes Weinviertler Klippenzone dar. An seinen süd- und westexponierten Hängen zeugen Halbtrockenrasen von Jahrhunderte alter, extensiver Wiesen- und Weidewirtschaft. Seit der Einstellung der Nutzung in den 1960er Jahren ist die Verbrachung und Verbuschung allerdings weit fortgeschritten. 2019 begann die Gemeinde mit ersten Pflegemaßnahmen. Nun sollen im Rahmen eines dreijährigen Naturschutzprojektes umfangreiche Pflege-, Erhaltungs- und bewusstseinsbildende Maßnahmen zur Sicherung der Naturvielfalt umgesetzt werden. Bürgermeisterin Sabine Hopf und die Gemeindebürger*innen beteiligen sich aktiv an der Projektentwicklung, die von der Ökologin Julia Kelemen-Finan fachlich unterstützt wird.


 

„Mit dem Waschberg haben wir ein Naturjuwel direkt vor unserer Haustüre. Allein die Tatsache, wie viele Unterstützer sich am Pflegeeinsatz beteiligt haben, ist Beweis dafür, wie sehr das von den Bewohnern der Gemeinde geschätzt wird.“

Mag. Sabine Hopf, Bürgermeisterin Leitzersdorf

 


Leitzersdorf: Das Projekt ist eingereicht!

28. Mai 2021

Beim 3. Projektgruppentreffen am 21.5. werden die eingelangten Preisauskünfte für die insgesamt sechs verschiedenen Gewerke, die die Projektbausteine von der Pflege über fachliche Begleitung bis zur Erstellung und Produktion eines Buchs über den Waschberg beiinhalten, sondiert und die jeweiligen Bestbieter ausgewählt. Nun geht es daran, alle Unterlagen entsprechend der Vorgaben zur Fördereinreichung zusammenzustellen.

Am 28. Mai ist es soweit: die Gemeinde Leitzersdorf reicht das Projekt „Kulturlandschaft gemeinsam erhalten“ zur Förderung unter der Maßnahme 7.6.1 Projektnaturschutz bei der Förderstelle, der NÖ Naturschutzabteilung, ein! Dank der guten Zusammenarbeit in der Projektgruppe und mit dem Gemeinderat konnten alle Unterlagen rechtzeitig fertiggestellt und der Stichtag erfolgreich eingehalten werden!

 


Leitzersdorf: Zweites Projektgruppen-Treffen

3. Mai 2021

Im Zuge Projektentwicklung wurden detaillierte Fachrecherchen durchgeführt, sowie mehrere Vorbegehungen mit verschiedenen Ökologen und Ökologinnen, die schon seit Jahren naturschutzfachlich bedeutende Organismengruppen am Waschberg erforschen. Die ExpertInnen geben wertvolle Hinweise über Vorkommen und Ansprüche charakteristischer Tier- und Pfanzenarten am Waschberg, und diskutieren die Anforderungen der Organismen an die Pflege mit dem Projektteam. Werner Stark, seines Zeichens Experte für Nachtfalter, meint sogar: „Der Waschberg ist für Kleinschmetterlinge sicher ebenso bedeutend wie der Bisamberg!“ Auf Basis der Recherchen können Ausschreibungs- und weitere Unterlagen für die Fördereinreichung erstellt und beim 2. Projektgruppentreffen in der Gemeinde am 3. Mai geprüft und erweitert werden.

 


Erstes Projektgruppen-Treffen in Leitzersdorf!

20. April 2021

Bei der Auftaktbesprechung der Waschberg-Projektgruppe im Gemeindeamt Leitzersdorf am 20. April wurde zunächst der Rahmen abgesteckt: Was ist zu tun, welche Fristen sind einzuhalten, wer kümmert sich um welche Aufgaben? Dann ging es gleich zur Sache: die Arbeitspakete und deren Inhalte wurden besprochen. Ausführlich diskutiert wurde u.a. die Frage, wie die Landschaftspflege im Detail aussehen kann, welche Arbeitsschritte daraus resultieren, und wie die Bevölkerung vor Ort einbezogen werden kann.

Ergebnis dieser umfangreichen Projektgruppensitzung waren u.a. eine inhaltliche Schärfung des Projektes, eine Vorgangsweise zur Einbeziehung weiterer am Projekt interessierter Personen, sowie ein Zeitplan für die Aufbereitung der Unterlagen für die Preisauskünfte für die jeweiligen Arbeitspakete. Bürgermeisterin Sabine Hopf zeigt sich sehr zufrieden mit dem Projektfortschritt.

 


Ein neues Zuhause für den Wiedehopf in Leitzersdorf?

8. April 2021

In den letzten Jahren wurde der ehemals am Waschberg brütende Wiedehopf immer wieder am Durchzug gesehen. Ob ihm bloß die richtige Unterkunft fehlt, um hier zu brüten? Daran soll es nicht scheitern, befand Franz Sommerer aus Leitzersdorf! Nach gründlichen Recherchen und angelehnt an das erfolgreiche Vorbild vom Wagram krempelte er die Ärmel hoch und zimmerte mit viel Liebe zum Detail drei pipifeine Nistkästen! Rechtzeitig vor dem Saisonstart hängten wir sie, verteilt über den ganzen Waschberg, an geschützten Plätzchen auf. Oder besser: stellten sie auf! Denn Erfahrungen haben gezeigt, dass der Bruterfolg am größten ist, wenn sich das Einflugloch nur 50cm über dem Boden befindet: damit es sich nicht etwa Stare zuerst gemütlich machen! Nun heißt´s Daumen drücken: Dürfen wir uns heuer schon über das wohltönende „up-up-up“ des prächtigen Vogels freuen? © Wiedehopf-Foto: Arturo Nikolai CC BY-SA 2.0 (wikimedia)

 


Leitzersdorf: Gemeinderat beschließt Projekteinreichung!

25. März 2021

„Was passiert, wenn wir jetzt nichts tun?“ war die intensiv diskutierte Frage bei der Präsentation des Projektvorschlages, den Julia Kelemen-Finan in der Sitzung am 18. März im Gemeindevorstand in Leitzersdorf vorstellte. Corona-bedingt konnten sich darüber hinaus die Gemeinderäte online zuschalten.

Wie es am Waschberg in 20-30 Jahren aussehen wird, wenn „nichts passiert“, lässt sich vom Zustand weiter Bereiche und der Geschwindigkeit, wie die Verbuschung in den letzten 20-30 Jahren vorangeschritten ist, gut ableiten: Reste der bunt blühenden Halbtrockenrasen würden bestenfalls rund um das Gipfelkreuz erhalten bleiben. Dass den Leitzersdorfer*innen die Erhaltung ihrer schönen Blumenwiesen am Herzen liegt, wurde am Ergebnis der nachfolgenden Abstimmung im Gemeinderat deutlich: Der Kooperationsvereinbarung wurde per Umlauf mit 25. März fast einstimmig zugestimmt!

 


Gemeinsames Anpacken am Waschberg!

6. März 2021

Bereits um 8 Uhr des frostigen Samstag-Morgens trafen sich etwa 30 freiwillige Gemeindebürger in Wollmannsberg, am Fuße des Waschbergs, zur gemeinsamen Anfahrt zum Einsatzort. Die örtlichen Helfer steuerten nicht nur ihre Arbeitskraft, sondern auch eigene Fahrzeuge, Maschinen und Geräte bei. Landwirt Reim sen. hatte seinen Traktor-Anhänger sogar komfortabel mit Strohballen zum Sitzen für die holprige Anreise ausgestattet!

Die fleißigen Helfer arbeiteten in drei Gruppen: eine Gruppe verlud „Ballons“ der von Thomas Holzer & Team bereits vorgeschnittenen Gehölze auf den Anhänger zum Abtransport. Eine weitere Gruppe stopfte Grasmulch (und auch ein bisschen frischen Schnee) von den erstmals gemähten Bereichen in Big-Bags. Die dritte Gruppe arbeitete „im Steinbruch“: Die Mulde, wo vor hundert Jahren noch Kalkstein abgebaut wurde, ist jetzt Lebensraum für Frauenschuh, Mücken-Händelwurz und Schlingnatter. Um diese und viele weitere besondere Arten zu erhalten, wurde behutsam und selektiv ein Teil der immer stärker überhand nehmenden Gehölze entfernt. Bürgermeisterin Hopf hatte drei große Container für den Gehölzschnitt und Grasmulch zustellen lassen. Herr Reim und sein Frontlader leisteten ganze Arbeit, das viele Material hineinzustopfen!

Zu Mittag war das Tagwerk erledigt und die fleißigen Helfer entsprechend stolz! Die Gemeinde stellte unter Einhaltung der Corona-Sicherheitsmaßnahmen eine üppige Jause bereit. Die Stimmung war ausgezeichnet. Gemeinsames Anpacken macht Spaß und ist gerade in Corona-Zeiten eine willkommene Abwechslung. "Das machen wir wieder!" Hier finden Sie auch einen Bericht in der NÖN.