37 Freiwillige im Einsatz für Zwerg-Schwertlilie, Rauchfangkehrer und Sonnenröschen auf der Gießhübler Heide

26. März 2022

Bei strahlendem Frühlingswetter legten sich am 26. März 37 Freiwillige unter fachkundiger Anleitung für die Erhaltung der Gießhübler Heide ins Zeug. Ausgerüstet mit Sicheln, Astschere, Reifmesser und (Motor)Säge wurden die wertvollen Trockenrasen von Grasfilz und Gehölzen befreit. Von den Maßnahmen profitieren die seltenen und geschützten Tiere und Pflanzen.

Bedrohte biologische Vielfalt

Die Gießhübler Heide ist eine sehr wertvolle ehemalige Hutweidefläche an der Thermenlinie, die seit den 1990er-Jahren wieder mit Schafen beweidet wird. Auf den artenreichen Trockenrasen gibt es Raritäten wie Zwerg-Schwertlilie, Große Kuhschelle, Christusaugen-Alant und Österreich-Lein. Davon leben wiederum viele Insektenarten. Einige Bereiche der Heide können auf Grund naher Felsabbrüche, Felsen im Untergrund oder Steilheit nicht oder nur schwierig beweidet werden. Diese Bereiche waren schon stark verbracht und verbuscht. Die anspruchsvollen Trockenrasenarten verschwinden in Folge.

Landschaftspflege mit motivierten Helferinnen und Helfern

Um die besondere Vielfalt zu erhalten, fand daher, geleitet von Biologin Irene Drozdowski in Kooperation mit der Gemeinde Gießhübl als Grundeigentümerin und dem Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken, der Pflegetermin statt.
Nach einer Einführung in die Naturbesonderheiten der Gießhübler Heide sowie zu den Trockenrasen als wertvollem Lebensraum wurden die Freiwilligen auf Grund der hohen Teilnehmerzahl für die Arbeit in vier Gruppen aufgeteilt. Durch die ehrenamtliche Teilnahme des Landschaftspflegevereins war die fachliche Betreuung von allen vier Gruppen durch Biolog*innen möglich. Eine Gruppe entfernte die dichte Grasfilz-Schicht und einzelne Gehölze oberhalb einer steinigen Geländekante, um das dortige Vorkommen der Zwerg-Schwertlilie zu retten. Eine weitere Gruppe entbuschte zugewachsene Randbereiche und legte sich dort mit Astschere und Reifmesser ins Zeug. Eine dritte Gruppe ringelte einzelne Eschen auf einer bereits zu dicht verbuschten Weidefläche. Durch das langsame Absterben entstehen keine neuen Austriebe (Stockausschläge) und die Nacharbeiten in den Folgejahren werden weniger. Außerdem werden - solange die Bäume stehen - viele Insekten gefördert, die auf Totholz angewiesen sind. Die vierte Gruppe kümmerte sich mit einem Mitarbeiter der Gemeinde mit Motorsäge um die Pflege der Schwarzföhren im zentralen Bereich der Heide. Die unteren Äste wurden weggenommen. So bekommen die Trockenrasen-Pflanzen am Boden wieder mehr Licht. Außerdem sind die Föhren so besser vor Pilzbefall geschützt, der mit dem Klimawandel stark zunimmt.

Unterstützung von allen Seiten

Engagiert bei der Arbeit mit dabei waren neben zahlreichen Interessierten aus der Bevölkerung, darunter auch einige Familien mit Kindern, Vizebürgermeisterin Sabine Möstl und Naturpark Föhrenberge-Obmann Martin Schuster. Auch Biosphärenpark-Direktor Andreas Weiß schaute vorbei und bedankte sich bei den Helfer*innen mit dem Trockenrasen-Büchlein des Biosphärenparks für die Arbeit zur Erhaltung der wertvollen biologischen Vielfalt.
Die Arbeiten gingen gut voran und alle Freiwilligen konnten sich danach mit Würsteln, Erdäpfelgulasch und Getränken, als Dankeschön zur Verfügung gestellt von den Pächtern der Schafhüttn "Am Gießhübl", stärken und das strahlende Frühlingswetter genießen.

Schon jetzt freuen sich alle auf die Naturführung am 17. Mai, 18-20 Uhr, um die vielen Naturbesonderheiten der Heide in Begleitung von Biologin Irene Drozdowski zu entdecken.

Hier ist die Pressemeldung zum Einsatztag.